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Kompetenzen zugestehen

Das Portfolio, die „Mauer des Sprechens“ und die „Angst-Orte“-Karten sind die Grundlagen für den Dialog. Dafür entwickeln die Jugendlichen zunächst eine Zielbeschreibung. Sie legen fest, welche gesellschaftlichen Gruppen sie einbeziehen – als Unterstützer oder als Zielgruppe. Dazu gehört, dass sich die Jugendlichen intensiv mit dem Aufbau von Gesellschaft und Politik beschäftigen.

 
Dabei lernen die Jugendlichen, Wünsche und Forderungen zu äußern und ihre eigene Zukunft zu gestalten. Darin liegt die Kompetenz, die den Jugendlichen in diesem für sie wichtigen Thema zugestanden wird.
 
Das Dialogkonzept

Der Dialog soll mit allen gesellschaftlichen Kräften geführt werden. Erste Station ist die eigene Schule. Eltern, Lehrer und Sozialarbeiter werden von den Jugendlichen eingeladen, die Situation in Schule und Freizeit zu diskutieren.

 
Politische und gesellschaftliche Institutionen werden danach besucht. Es sollten immer die politischen Instanzen sein (Rathaus, Parteien, Abgeordnete, Polizei). Weitere gesellschaftliche Ebenen (Kirchen, Sportvereine, Gewerk-schaften) könnten ebenfalls angesprochen werden. Das Thema sexuelle Ge-walt geht alle an und es gibt keine Instanz, die nicht ein Überdenken ihrer bis-herigen Position nötig hätte.
 
 
 
Beispiel Kerpen

Am 27.5.2010 konnten die SchülerInnen der Kerpener Realschule im Rathaus ihrer Bürgermeisterin und der Gleichstellungsbeauftragten ihre

Erkenntnisse und Forderungen vortragen. Die örtliche Presse war dabei.

Sie präsentierten ihre "Mauer des Sprechens".
Besonders groß wurden die Ohren von allen Anwesenden im Rathaus, als die Jugendlichen ihre "Angst-Orte" zeigten. Sie hatten sich mit den einzelnen Stadtteilen von Kerpen befasst, nach Angst-Orten gesucht, sie auf Karten vemerkt und sich Lösungen überlegt. Das beeindruckte die Bürgermeisterin so sehr, dass sie als Folgetermin die Polizei einladen möchte..  
 

Jugendliche sind sehr daran interessiert, ihr Anliegen in die Medien zu bringen.

Beim Besuch im Rathaus Kerpen waren es die Zeitungen und Radio Erft, die hohes Interesse an den Anliegen der Jugendlichen hatten.

Vorschläge für die Umsetzung im Unterricht
Runder Tisch gegen sexuelle Gewalt

Jugendliche laden ein zum Dialog. An diesen Tisch sollen sich alle setzen, die in der Gesellschaft mit Jugendlichen zu tun haben. Ziel ist es, Formen des Zusammenlebens zu finden, die sexuelle Gewalt ächten. Die Jugendlichen bringen die Wünsche und Forderungen ein, die sie über die Maueraktion und die Angst-Orte-Aktion ermittelt haben.